Familienbuch Euregio

Gustav Coppel
* 17.07.1830 jd Solingen    + 25.12.1914 Solingen
Beruf: Stahlwaren- und Waffenfabrikant 
Geheimer Kommerzienrat 
Ehrenbürger der Stadt Solingen 
[Bramann] Stammtafel, Gustav Coppel, *17.07.1830 Solingen, +25.12.1914 Solingen, Heirat am 3.11.1856 mit Fanny Katzenstein, Sohn von Alexander Coppel und Else Schubach 
[Wikipedia] 1853 trat der damals 23-Jährige Gustav Coppel in das väterliche Geschäft ein. Bereits auf seiner Hochzeitsreise nach Wien konnte er dort umfangreiche Aufträge annehmen. Ab 1868 wurde mit der Installation einer Dampfkesselanlage der Fertigungsprozess weiter entwickelt, mit überzeugenden Ergebnissen der Waffentechnik besonders im Bereich von Bajonetten. Ab der Jahrhundertwende stellte das Unternehmen auch nahtlose Rohre her. Um 1898 entstand in Hilden eine neue Fabrikation, in der erstmals ein kaltgezogenes Präzisions-Stahlrohr gefertigt wurde, das als „Coppelrohr“ weltweit bekannt wurde. 1912 beschäftigte das Unternehmen 380 Mitarbeiter. 
[Wikipedia] Gustav Coppel war unter anderem Präsident der Handelskammer, Aufsichtsratsvorsitzender des Siegen-Solinger-Gußstahl-Aktien-Vereins, Vorsitzender des Scherenfabrikantenvereins und Vorsitzender der Vergleichskammer in der Scherenbranche, Vorsitzender des Verbandes sämtlicher Fabrikantenvereine Solingen und verwandter Vereinigungen. Er war von 1867 bis 1920 Stadtverordneter, Kreistagsabgeordneter und ab 1892 bis zu seinem Tod Beigeordneter. 1906 stifteten er und weitere Familienmitglieder eine erhebliche Summe für den Bau des Coppelstifts, eines Säuglingsheims und einer Erholungsstätte für Erwachsene und Kranke, der 1912 eingeweiht wurde und als städtische Beratungsstelle heute noch im historischen Gebäude besteht. 1897 wurde Gustav Coppel mit dem Titel Kommerzienrath ausgezeichnet, 1906 mit dem eines Geheimen Kommerzienraths. Zudem wurde er Ehrenbürger seiner Heimatstadt. In Solingen erinnert der „Gustav-Coppel-Park“ an den Unternehmer. 
[Grabstein] Jüdischer Friedhof Solingen, Grabmal der Familie Gustav Coppel, Fanny Coppel geb. Katzenstein, geb. 20. Aug. 1836, gest. 12. Dez. 1922; Gustav Coppel, Geh. Komm. Rat, Ehrenbürger der Stadt Solingen, geb. 17. Juli 1830, gest. 25. Dez. 1914; Hermann Coppel, geb. 13. Juli 1859, gest. 3. April 1931; Alex Coppel, ...(auf Foto verdeckt); Anna Reiche, ...(auf Foto verdeckt) (Gedenktafel); Martha Coppel, geb. 24.04.1895 Solingen, deportiert 1942 nach Izbica / Lublin (Polen) (Gedenktafel)
Eltern: Alexander Coppel und Else Schubach
Grabmal der Familie Gustav Coppel, Solingen
Link: Wikipedia: Gustav Coppel
Fanny Katzenstein
* 20.08.1836 jd Kassel    + 13.12.1922 Solingen
[Bramann] Stammtafel, Fanny Katzenstein, *20.08.1836 Kassel, +13.12.1922 Solingen, Heirat am 03.11.1856 mit Gustav Coppel
  03.11.1856
[Bramann] Stammtafel, Heirat am 03.11.1856 zwischen Gustav Coppel und Fanny Katzenstein 
5 Kinder
Carl Gustav Coppel
* 14.12.1857 jd Solingen    + 25.09.1941 Düsseldorf
Beruf: Unternehmer 
[Bramann] Stammtafel, Carl Gustav Coppel, *14.12.1857 Solingen, +25.09.1941 Düsseldorf, Heirat am 01.06.1890 mit Hedwig Lippmann; Sohn von Gustav Coppel und Fanny Katzenstein 
[Wikipedia] Das Familienunternehmen Alexander Coppel Solingen wurde 1936 "arisiert". Am 1. März wurde das Hildener Werk mit der Kronprinz AG fusioniert, im April das Solinger Stammwerk durch „arische“ Gesellschafter übernommen. 
[Wikipedia] Carl Gustav Coppel, *1857, der seit 1920 in Düsseldorf lebte, nahm sich am 25. September 1941 das Leben. 
Opfer der Shoa
∞ 01.06.1890 mit Emmy Hedwig Lippmann
2 Kinder: Anna, Martha Fanny
Hermann Coppel
* 13.07.1859 jd Solingen    + 03.04.1931 Solingen
Beruf: Unternehmer 
[Bramann] Stammtafel, Hermann Coppel, *13.07.1859 Solingen, +03.04.1931 Solingen, oo 1897 mit Sophie Hertz; Sohn von Gustav Coppel und Fanny Katzenstein
∞ 1897 mit Sophie Hertz
1 Kind: Heinz Gustav
Johanna Franziska Coppel
* 09.09.1861 jd Solingen    + 26.09.1949 Luzern
[Bramann] Stammtafel, Johanna Franziska Coppel, *09.09.1861 Solingen, +26.09.1949 Luzern, oo 12.07.1883 Hannover mit Siegmund Seligmann, *19.08.1853 Verden / Aller; Tochter von Gustav Coppel und Fanny Katzenstein 
oo 12.07.1883 Hannover mit Siegmund Seligmann
Henriette Coppel
* 14.09.1863 jd Solingen    + 27.03.1939 Berlin
[Bramann] Stammtafel, Henriette Coppel, *14.09.1863 Solingen, +27.03.1939 Berlin, oo 14.12.1883 mit Ferdinand Hecht, *17.11.1853 Nesselröden; Tochter von Gustav Coppel und Fanny Katzenstein 
oo 14.12.1883 mit Ferdinand Hecht
Alexander Otto Coppel
* 18.09.1865 jd Solingen    + 05.08.1942 Theresienstadt
Dr. jur. Alexander Coppel 
Beruf: Unternehmer 
Vorstandsmitglied der Synagogengemeinde Solingen 
[Bramann] Stammtafel, Alexander Otto Coppel, *18.09.1865 Solingen, gest. 05.08.1942 Theresienstadt, Sohn von Gustav Coppel und Fanny Katzenstein 
[Wikipedia] Alexander Coppel studierte Rechtswissenschaften. 1891 ging er nach Aachen und legte im Sommersemester 1896 in Erlangen seine Inaugural-Dissertation über das Thema 'Pfandrecht und Retentionsrecht des Frachtführers' vor. Anschließend trat er in das Familienunternehmen Alexander Coppel Solingen ein. Im November 1914 wurde er zum Stadtverordneten von Solingen gewählt. Wie seine Eltern engagierte sich Coppel in gesellschaftlichen und sozialen Belangen der Stadt Solingen, so als Kurator des Coppelstifts, einer Stiftung mit Säuglingsheim und Erholungsstätte für Erwachsene, die 1912 von seiner Familie ins Leben gerufen worden war. Anlässlich des 100. Jahrestages der Firmengründung stiftet die Firma Alexander Coppel 1921 zwei Millionen Mark für soziale Zwecke. Bis 1933 gehörte er dem Aufsichtsrat des Spar- und Bauvereins an und war von 1915 bis 1942 Vorstandsmitglied der Synagogengemeinde. In Solingen wurde die Alexander-Coppel-Straße nach ihm benannt. 
[Wikipedia] Das Familienunternehmen Alexander Coppel Solingen wurde 1936 "arisiert". Am 1. März wurde das Hildener Werk mit der Kronprinz AG fusioniert, im April das Solinger Stammwerk durch „arische“ Gesellschafter übernommen. 
[Wikipedia] Alexander Coppel musste ab November 1938 den Vornamen „Gideon“ tragen. Am 21. Juli 1942 wurde er zusammen mit anderen Solinger Juden von Düsseldorf in das Ghetto Theresienstadt deportiert, wo er drei Wochen später starb. Von den letzten Lebenstagen liegen zwei verschiedene Darstellungen vor: Die erste stammt von Wilhelmina Leven, einer Krankenschwester aus Solingen, die bis zum letzten Moment bei ihm war und berichtet, dass er ruhig und ohne Schmerzen starb, still und zufrieden. Auf dem anstrengenden Transport habe er sich eine Lungenentzündung geholt. Die zweite stammt vom Solinger Mithäftling Dr. Emil Kronenberg. Er war Zeuge seines Zusammenbruchs durch Hunger und Entkräftung. Coppels Leiche wurde verbrannt und die Asche in einem Karton in die Eger geworfen, so Kronenberg. 
[Theresienstadt] Ghetto Theresienstadt, Todesfallanzeige, Gideon Coppel, *18.09.1865 Solingen, zuletzt wohnhaft in Solingen, Auf dem Kamp 60; Kennkarte ausgestellt in Wuppertal; wohnhaft in Theresienstadt Gebäude L 219/221; verstorben am 04.08.1942 in Theresienstadt an Gehirnschlag 
[Gedenkbuch] Alexander Coppel, *18.09.1865 Solingen, wohnhaft in Solingen; deportiert am 21.07.1942 ab Düsseldorf nach Theresienstadt; verstorben am 05.08.1942 (!) in Theresienstadt 
Opfer der Shoa
Link: Wikipedia: Alexander Coppel

 
Permanent-Link zu dieser Seite:
http://familienbuch-euregio.de/genius?person=247451
 
Nach oben