Familienbuch Euregio

Franz Hoben
* 29.06.1915 rk Podgajci Podravski    + 1975 Bergisch Gladbach
[Familienforschung] Detlef Braun; mit der Einbürgerungs [Urkunde] vom 23. November 1955 wird bestätigt, dass Franz Hoben, z. Z. wohnhaft in Kapfenberg / Österreich, geb. am 28.06.1915 in Podr. Podgajci / Croatien, seine Ehefrau Therese Hodap, verw. Temmer, geb. am 10.05.1917 in Radikovtzi / Jugoslawien und der gemeinsame Sohn Josef Raimund, geb. am 26.04.1948 in Graz / Österreich, die deutsche Staatsbürgerschaft erworben haben. Die Einbürgerung erfolgte auf Grund von §9 StaRegG vom 22.02.1955; Bundesstelle für Verwaltungsangelegenheiten des Bundesministeriums des Innern. 
Franz Hoben wurde in Podgajci Podravski, einem Stadtteil von Donji Miholjac (dt. veraltet: Unter-Miholtz) in Slawonien, geboren. Zum Stadtgebiet gehören die Stadt Donji Miholjac selbst, sowie die sechs Dörfer: Golinci, Miholjacki Porec, Podgajci Podravski (Franz Hoben), Radikovci, Rakitovica und Sveticurac. Im Jahr 1931 waren im Dorf Podgajci 22 Donauschwaben beheimatet. Die Eltern des Franz Hoben sind nicht bekannt; es existiert lediglich eine alte Fotografie von ihrer Hochzeit (siehe Fotogalerie). 
Franz Hoben und Therese Hodap gingen mit ihrem Sohn Josef Raimund von Österreich nach Deutschland und bekamen in Bergisch Gladbach in der Nikolaus Lenau Straße eine Wohnung. Der ehemalige Pferdezüchter Franz Hoben fand bei der Papierfabrik Zander Arbeit; das Familienleben konnte neu gestartet werden. Franz Hoben verstarb 1975 in Bergisch Gladbach. 
[Familienforschung] Detlef Braun; Nach dem Ende der kriegerischen Türkenherrschaft (1526 bis 1686) waren viele Landstriche in Ost- und Südosteuropa entvölkert worden. Die Habsburger Monarchie baute deshalb im 18. und frühen 19. Jahrhundert neue Siedlungen in diesen Regionen auf; in der Batschka 1715, im Banat 1716 und in Syrmien 1718. In der Folge wanderten aus Süddeutschland dann Tausende von Menschen aus und siedelten in diesen Gebieten. Hier leisteten sie vorbildliche Kulturarbeit, die man nach dem Zweiten Weltkrieg teilweise vergessen machen will. Es gelang ihnen, aus den verödeten Ländereien die so genannte Kornkammer der Donaumonarchie zu schaffen. Von ihren Nachbarn und in den amtlichen Urkunden wurden sie Schwaben genannt, obwohl nicht einmal 10 % echte Schwaben darunter waren. Erst im Jahre 1922 wurde für den jüngsten und kurzlebigsten deutschen Neustamm der vielleicht nicht ganz glückliche, weil missverständliche, Begriff Donauschwaben geprägt. 
Nach dem Ersten Weltkrieg waren in Südosteuropa die Staatsgrenzen neu gezogen worden; in den Friedensschlüssen von St. Germain und Trianon erfolgte auch die Aufteilung der donauschwäbischen Siedlungsgebiete; die rund 1,5 Millionen Seelen zählende Volksgruppe wurde zu etwa je einem Drittel auf die Nachfolgestaaten Ungarn, Rumänien und Jugoslawien aufgeteilt. 
Zum Ende des zweiten Weltkrieges, wurde dann der nächste Opfergang für die deutschstämmigen Donauschwaben eingeläutet. Nach der Eroberung Belgrads vom Oktober 1944 durch die Rote Armee befanden sich etwa 200.000 Donauschwaben im Herrschaftsbereich des Partisanenregimes. Sie waren nicht in der Lage gewesen zu flüchten oder hatten es im Vertrauen auf ihre Schuldlosigkeit abgelehnt, die Heimat zu verlassen. Gemäß der AVNOJ - Beschlüsse von November 1943 waren alle Jugoslawiendeutschen zu Volksfeinden erklärt worden: 
1. Alle in Jugoslawien lebenden Personen deutscher Volkszugehörigkeit verlieren automatisch die jugoslawische Staatsbürgerschaft und alle bürgerlichen und staatsbürgerlichen Rechte. 
2. Der gesamte bewegliche und unbewegliche Besitz aller Personen deutscher Volkszugehörigkeit gilt als vom Staat beschlagnahmt und geht automatisch in dessen Eigentum über. 
3. Personen deutscher Volkszugehörigkeit dürfen weder irgendwelche Rechte beanspruchen oder ausüben, noch Gerichte und Institutionen zu ihrem persönlichen oder rechtlichen Schutz anrufen. 
Diese Beschlüsse waren geplanter Völkermord, eine ethnische Säuberung, diskriminierend nur gegen die deutsche Minderheit gerichtet. Ab Oktober 1944 vollzogen dann auch lokale kommunistische Instanzen, die Staatspolizei (OZNA) und Partisanen-Kommandos Erschießungen bzw. grausame Tötungen deutscher Bürger. Ab Oktober 1944 setzte die Lagerinternierung der Donauschwaben ein. Bis August 1945 waren alle deutschen Siedlungen von ihren deutschen Bewohnern ethnisch gesäubert. Die Zahl aller Todesopfer wurde nie genau ermittelt, liegt aber weit über einer Viertelmillion. Die Überlebenden haben Zuflucht und eine neue Heimat in mehr als 15 Staaten in aller Welt gefunden. Etwa 480.000 von ihnen leben heute in Deutschland, 350.000 in den USA, Kanada und Südamerika, weitere in Frankreich und auch in Australien.
3 Seiten in der Fotogalerie
Therese Hodap
* 10.05.1917 rk Radikovtzi    + 09.12.1982 Bergisch Gladbach
[Familienforschung] Detlef Braun; Mit der Taufbescheinigung vom 12.06.1950 der Flüchtlingsseelsorge der Diözese Seckau - Graz in Österreich wird bestätigt, dass Therese Hodap am 10.05.1917 in der Pfarrkirche zu Radikovtzi, Slawonien, Österreich-Ungarn, nach römisch-katholischem Ritus getauft wurde. Vater: Friedrich Hodap, rk., geboren in Monostorszeg, Batschka, Österreich-Ungarn. Mutter: Katharina Hodap, geb. Mesch, rk., in Bezdan, Batschka, Österreich-Ungarn. Taufpriester: Josef Scherdin; Taufpatin: Theresia Katzenberger aus Bezdan. Die Bescheinigung wurde ausgestellt aufgrund der eidesstattlichen Erklärungen der Zeugen Katharina Keiner und Katharina Hodap geb. Mesch. 
Therese Hodap wurde in Radikovci, einem Stadtteil von Donji Miholjac (dt. veraltet: Unter-Miholtz) in Slawonien, geboren. Zum Stadtgebiet gehören die Stadt Donji Miholjac selbst, sowie die sechs Dörfer: Golinci, Miholjacki Porec, Podgajci Podravski, Radikovci (Theresia Hodap), Rakitovica und Sveticurac. Im Jahr 1931 waren im Dorf Radikovci 17 Donauschwaben beheimatet. Therese Hodap verstarb am 09.12.1982 in Bergisch Gladbach
2 Heiraten:
∞  Franz Hoben

∞  Martin Temmer
Eltern: Friedrich Joseph Hodap und Catharina Mesch
2 Seiten in der Fotogalerie
Martin Temmer
* 06.04.1912 rk Radikovci    + 30.11.1943
[Familienforschung] Detlef Braun; Martin Temmer wurde am 06.04.1912 als Sohn der Eheleute Martin Temmer und Gertrud Seitz geboren. 
[Totenzettel] Martin Temmer, geboren am 06.04.1912, Rwtm aus Radikovci, starb am 30.11.1943 in Galizien den Heldentod (Heute gehört der westliche Teil Galiziens zu Polen, der östliche Teil mit Lemberg zur Ukraine).
Eltern: Martin Temmer und Gertrud Seitz
Martin Temmer, Totenzettel
2 Seiten in der Fotogalerie
Therese Hodap
* 10.05.1917 rk Radikovtzi    + 09.12.1982 Bergisch Gladbach
[Familienforschung] Detlef Braun; Mit der Taufbescheinigung vom 12.06.1950 der Flüchtlingsseelsorge der Diözese Seckau - Graz in Österreich wird bestätigt, dass Therese Hodap am 10.05.1917 in der Pfarrkirche zu Radikovtzi, Slawonien, Österreich-Ungarn, nach römisch-katholischem Ritus getauft wurde. Vater: Friedrich Hodap, rk., geboren in Monostorszeg, Batschka, Österreich-Ungarn. Mutter: Katharina Hodap, geb. Mesch, rk., in Bezdan, Batschka, Österreich-Ungarn. Taufpriester: Josef Scherdin; Taufpatin: Theresia Katzenberger aus Bezdan. Die Bescheinigung wurde ausgestellt aufgrund der eidesstattlichen Erklärungen der Zeugen Katharina Keiner und Katharina Hodap geb. Mesch. 
Therese Hodap wurde in Radikovci, einem Stadtteil von Donji Miholjac (dt. veraltet: Unter-Miholtz) in Slawonien, geboren. Zum Stadtgebiet gehören die Stadt Donji Miholjac selbst, sowie die sechs Dörfer: Golinci, Miholjacki Porec, Podgajci Podravski, Radikovci (Theresia Hodap), Rakitovica und Sveticurac. Im Jahr 1931 waren im Dorf Radikovci 17 Donauschwaben beheimatet. Therese Hodap verstarb am 09.12.1982 in Bergisch Gladbach
2 Heiraten:
∞  Franz Hoben

∞  Martin Temmer
Eltern: Friedrich Joseph Hodap und Catharina Mesch
2 Seiten in der Fotogalerie
[Familienforschung] Detlef Braun; Datum der Eheschließung nicht bekannt 

 
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