Familienbuch Euregio

Albert Schweitzer
* 14.01.1875 ev Kaysersberg    + 04.09.1965 Lambaréné
Beruf: Arzt, Theologe, Organist, Philosoph 
[Wikipedia] Albert Schweitzer, * 14.01.1875 in Kaysersberg im Oberelsass bei Colma, + 04.09.1965 in Lambaréné, Gabun, war ein deutsch-französischer Arzt, evangelischer Theologe, Organist, Philosoph und Pazifist. 
Albert Schweitzer stammte aus einer alemannisch-elsässischen Familie. Geboren wurde er als Sohn des Pfarrverwesers Ludwig (Louis) Schweitzer, der eine kleine evangelische Gemeinde betreute, und dessen Frau Adele, geb. Schillinger, der Tochter eines Mühlbacher Pfarrers. Zu diesem Zeitpunkt gehörte seine Heimat als Reichsland Elsaß-Lothringen zu Deutschland. Noch im Jahr seiner Geburt zog die Familie von Kaysersberg nach Günsbach um. Seine Muttersprache war der elsässische Ortsdialekt des Oberdeutschen. Daneben wurde in seiner Familie auch Französisch gesprochen. Das Hochdeutsche erlernte Schweitzer erst in der Schule. Deutsch und Französisch beherrschte er fast gleich gut. Nach dem Abitur 1893 in Mülhausen studierte er an der Universität Straßburg Theologie und Philosophie. 
Von 1905 bis 1913 studierte Albert Schweitzer Medizin in Straßburg mit dem Ziel, in Französisch-Äquatorialafrika als Missionsarzt tätig zu werden. Die Immatrikulation zum Studium der Medizin war sehr kompliziert. Schweitzer war ja bereits Dozent an der Universität Straßburg. Erst eine Sondergenehmigung der Regierung machte das Studium möglich. 1912 wurde er zum Arzt approbiert, im gleichen Jahr wurde ihm der Titel eines Professors verliehen auf Grund seiner „anerkennenswerten wissenschaftlichen Leistungen“. 1913 folgte seine medizinische Doktorarbeit Die psychiatrische Beurteilung Jesu: Darstellung und Kritik. In dieser Arbeit widerlegt er, analog seiner theologischen Dissertation, zeitgenössische Versuche, das Leben Jesu aus psychiatrischer Sicht zu beleuchten. Somit war er, im Alter von 38 Jahren und bevor er nach Afrika ging, in drei verschiedenen Fächern promoviert, hatte sich habilitiert und war Professor. 
Er gründete ein Krankenhaus in Lambaréné im zentralafrikanischen Gabun. Er veröffentlichte theologische und philosophische Schriften, Arbeiten zur Musik, insbesondere zu Johann Sebastian Bach, sowie autobiographische Schriften in zahlreichen und vielbeachteten Werken. 1953 wurde ihm der Friedensnobelpreis für das Jahr 1952 zuerkannt, den er 1954 entgegennahm. 
Albert Schweitzer heiratete 1912 Helene Bresslau (1879–1957), die Tochter des jüdischen Historikers Harry Bresslau und dessen Frau Caroline, geborene Isay. 1919 wurde die Tochter Rhena Schweitzer-Miller († 2009) geboren, die bis 1970 die Stiftung ihres Vaters weiterführte.
Eltern: Ludwig Schweitzer und Adele Schillinger
Grab in Lambaréné - Albert Schweitzer
Link: Wikipedia - Albert Schweitzer 1875 -1965
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Persönlichkeiten im Spiegel Aachener Straßen
Helene Bresslau
* 25.01.1879 jd Berlin    + 01.06.1957 Zürich
Beruf: Lehrerin, Krankenschwester 
[Wikipedia] Helene Bresslau, * 25.01.1879 in Berlin, + 01.06.1957 in Zürich, beerdigt in Lambaréné, Gabun, war Lehrerin, Krankenpflegerin und -schwester, Waisenhaus-Inspektorin sowie eine der ersten Frauen, die an der Universität Straßburg Vorlesungen in Kunstgeschichte besuchte. Darüber hinaus wurde sie die Ehefrau des evangelischen Theologen, Organisten, Philosophen, Arztes und Pazifisten Albert Schweitzer. 
Helene Schweitzer wurde als Tochter des Historikers Harry Bresslau und seiner Ehefrau Caroline Isay in einer jüdischen Familie geboren. Mit sieben Jahren wurde sie mit ihren beiden Brüdern evangelisch getauft, obwohl sich die Eltern nicht taufen ließen. Helene besuchte von 1885 bis 1890 die städtische Charlottenschule in Berlin. Im Jahr 1890 wurde ihr Vater an die Kaiser-Wilhelms-Universität in Straßburg als Professor für Mittelalterliche Geschichte berufen und die Familie zog mit. Nach Abschluss der Schule besuchte sie das Lehrerinnenseminar, damals die einzige Form der höheren Bildung für Mädchen. Mit einer Sondererlaubnis konnte Helene schon mit 17 Jahren die Prüfung als Lehrerin für Höhere Mädchenschulen ablegen und studierte anschließend am Straßburger Konservatorium Klavier, Gesang und Musiktheorie. Nach einem sechsmonatigen Italienaufenthalt mit ihren Eltern begann sie im Frühjahr 1900 mit dem Studium der Kunstgeschichte und Geschichte. 
1898 traf sie auf einer Hochzeitsfeier das erste Mal auf Albert Schweitzer. 1902 begannen die beiden eine intensive Freundschaft; sie wurde bald auch Schweitzers Helferin bei den Korrekturen seiner ersten Bücher. 
1902 folgte ein halbjähriger Aufenthalt in Großbritannien, wo sie als Lehrerin und Erzieherin arbeitete und gemeinsam mit einer russischen Freundin Erzählungen von Tschechow und Maxim Gorki ins Deutsche übersetzte. Zurück in Straßburg wurde sie von dem damaligen Leiter des Straßburger Armenwesens und späteren Bürgermeister Rudolf Schwander zur ehrenamtlichen Waisenpflegerin ernannt. 1904 absolvierte sie einen dreimonatigen Krankenpflegekurs in Stettin; im April 1905 wurde sie als hauptamtliche Waisenhaus-Inspektorin im Gemeindewaisenamt Straßburg angestellt. 1908 gründete sie dort ein Heim für ledige Mütter. 
Nachdem Schweitzer in der Absicht, als Missionsarzt in Afrika tätig zu werden, ein Medizinstudium aufgenommen hatte, begann Helene 1909 eine Ausbildung zur Krankenschwester im Bürgerhospital in Frankfurt am Main. 
Im Sommer 1912 erfolgte die Heirat mit Albert Schweitzer, um mit ihm nach Afrika gehen zu können, wo beide ab 1913 das später berühmte Spital in Lambarene aufbauten. 1914 wurden Helene und Albert Schweitzer als deutsche Staatsangehörige nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs von den französischen Kolonialbehörden arrestiert und 1917 nach Frankreich in Gefangenschaft überführt. Bedingt durch die schlechte Haftbedingungen erkrankte Helene; eine schwere Tuberkulose brach nach der Entlassung aus der Gefangenschaft und der Geburt der Tochter Rhena im Jahre 1922 aus. Trotz der Erkrankung unterstützte Helene den von ihrem Ehemann betriebenen Wiederaufbau des Spitals in Lambarene und half aktiv bei Sammeln von Spenden. 1929 reiste sie erneut nach Lambarene, musste aber wegen schwerer Fieberschübe den Aufenthalt im April 1930 beenden. Bei einem neunmonatigen Aufenthalt ab August 1930 im Sanatorium von Dr. Max Gerson in Kassel gelang die Heilung ihrer Tuberkuloseerkrankung. 
Im September 1932, noch vor dem Machtübernahme der Nationalsozialisten in Deutschland, zog Helene mit ihrer Tochter Rhena aus dem Elsass nach Lausanne in der Schweiz, 1937 folgte ein Umzug nach New York. Ihre achtwöchige Promotionstour durch die USA im Oktober 1938 half, dass das Spital Lambarene während des Krieges aus den USA mit Geld und Medikamenten unterstützt wurde. 
Im Juni 1940 floh Helene mit ihrer Tochter und deren Familie aus Paris in den nicht besetzen Süden Frankreichs und gelangte im August 1941 über Portugal und Angola zu ihrem Ehemann nach Lambarene. Im September 1946 kehrte sie nach Europa zurück und unterstützte weiter das Werk ihres Ehemanns für das Spital in Lambarene. Sie begleitete 1949 Albert Schweitzer in die USA zur Gedenkrede zum 200. Geburtstag von Goethe und 1954 nach Oslo zur Entgegennahme des Friedensnobelpreis. 1956 bis 1957 besuchte sie zum letzten Mal das Spital in Lambarene. Am 1.06.1957 starb Helene in Zürich, ihre Asche wurde in Lambarene beerdigt.
Eltern: Harry Bresslau und Caroline Isay
Link: Wikipedia - Helene Bresslau 1879 - 1957
  1912
[Wikipedia] Heirat im Jahr 1912 zwischen Albert Schweitzer und Helene Bresslau.  

 
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