Familienbuch Euregio

Hubert von Ballestrem
* 02.11.1910 rk Obergläsersdorf    + 04.06.1995 Bonn
[Hilgers] www.ballestrem.de Hubert Graf von Ballestrem wurde am 2. November 1910 als siebtes Kind des Grafen Valentin Ballestrem und seiner Ehefrau Agnes Gräfin zu Stolberg-Stolberg in Obergläsersdorf/Schlesien geboren. Als Gegner des Nationalsozialismus gehörte er dem Kreis um Carl von Jordans an. Im November 1940 heiratete er Lagi Solf (1909-1955), die er 1938 in Wien kennengelernt hatte. Das Paar blieb kinderlos. Der Professritter und Bailli verstarb am 4. Juni 1995 in Bonn und wurde in der Familiengrabstätte auf dem Friedhof in Straubing bestattet.
Eltern: Valentin von Ballestrem und Agnes zu Stolberg-Stolberg
Lagi Solf
* 31.08.1909 ev Apia    + 14.09.1955 Bonn
[Hilgers] [Wikipedia] So'oa'emalelagi „Lagi“ Solf, *31.08.1909 in Vailima auf Samoa, †14.09.1955 in Bonn, gehörte dem Widerstand gegen den Nationalsozialismus an. Gemeinsam mit ihrer Mutter Hanna Solf war sie maßgeblich am Solf-Kreis beteiligt. Sie war das erste Kind von Hanna und Wilhelm Solf, dem Gouverneur der deutschen Kolonie Deutsch-Samoa, bei Apia auf der samoanischen Insel Upolu geboren. Ihren samoanischen Namen erhielt sie aufgrund der Verbundenheit ihrer Eltern zu dem Ort, der Lagis Geburtsstätte war. Als Adolf Hitler an die Macht gelangte, lebte sie mit ihrem ersten Mann, dem Diplom-Ingenieur Wolfgang Mohr, in Shanghai. Da sie dort seit ihrer Anreise in den 1920er Jahren offen mit Juden verkehrte bzw. aus ihrer Heimat ausgewanderten jüdischen Deutschen Quartier bot, wurde sie von der deutschen Minderheit in Shanghai gemieden. Sie unterhielt regen Schriftverkehr mit ihren Eltern, Walter Simons und Hans von Seeckt, wozu sie einen Code verwendete, der 1943 der Geheimen Staatspolizei in die Hände fiel. Am 25. November 1940 heiratete sie den schlesischen Adligen Hubert Graf von Ballestrem, seit seiner Studienzeit Gegner des Nationalsozialismus. Am 15. März 1944 brachte man sie von München, wo sie gemeinsam mit ihrer Mutter versucht hatte, dem Bombenhagel der Hauptstadt zu entkommen, in das KZ Ravensbrück. Nach zahlreichen Verhören, zu denen man sie jedes Mal nach Berlin gefahren hatte, lautete die Anklageschrift gegen die Mitglieder des Solf-Kreises auf Hochverrat, Wehrkraftzersetzung, „Feindbegünstigung“ und Defätismus. Am 18. Oktober 1944 wurde sie ins Untersuchungsgefängnis Justizvollzugsanstalt Moabit verbracht. Dort wartete sie auf ihre Gerichtsverhandlung, welche jedoch, wegen eines schweren Bombenangriffs auf Berlin, nie stattfand. Ihr Mann, der von der Ostfront im Dezember 1944 zu Weihnachten auf Heimaturlaub geschickt worden war, konnte sie lediglich 15 Minuten besuchen. Schließlich wurde Lagi Gräfin von Ballestrem am 23. April 1945 aus der Haft entlassen, durch Hungerödeme entstellt und psychisch schwer geschädigt. Sie starb kinderlos mit gerade einmal 47 Jahren in Bonn, nur ein Jahr nach ihrer Mutter. 
oo mit Wolfang Mohr
Eltern: Wilhelm Solf und Hanna Dotti
Link: Lagi von Ballestrem in Wikipedia

 
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