Familienbuch Euregio

Karl der Große Karolinger
* 02.04.0748    + 28.01.0814 Aachen
Bedeutendster christlicher Herrscher des Mittelalters 
[Wikipedia] Carolus Magnus (latein.) Charlemagne (franz.) geboren: 02.04.748 (Aachen oder Prüm) gestorben: 28.01.814 (Aachen) Karl der Große, König der Franken 768-814, Kaiser seit 800, bedeutendster christlicher Herrscher des Mittelalters, Sohn von König Pippin (Pippin III., der Jüngere, 714/15-768), Enkel des Hausmeiers Karl Martell (um 688-741), der den Grundstein für den Aufstieg der karolingischen Dynastie und des Frankenreiches legte. Karl begründete durch zahlreiche Eroberungsfeldzüge ein europäisches Großreich. Er prägte die historische Entwicklung Europas auf politischem, kirchlichem und kulturellem Gebiet, förderte Wissenschaft und Kunst ('karolingische Renaissance'). 
768 wurde Karl fränkischer König. Nach dem Tod seines mitregierenden Bruders Karlmann war er ab 771 Alleinherrscher. 774 eroberte er das Langobardenreich - er wird König der Langobarden und Franken. Er übernahm die Schutzherrschaft über den Kirchenstaat (»Patricius Ronanorum«), beseitigte 788 durch Absetzung Tassilos von Bayern das letzte Stammesherzogtum und errichtete zur Sicherung des Reiches verschiedene Marken Karl der Große- 795 die spanische Mark gegen die Araber, 791-796 die awarische bzw. die Ostmark, 810 die dänische Mark. Er bekämpfte - mit härtesten Mitteln - ab 772 die Sachsen (Sachsenkriege), die unter der Führung von Widukind erbitterten Widerstand leisteten und sich gegen die Christianisierung wehrten. Der Legende nach lässt Karl 782 bei Verden an der Aller 4.500 Mann hinrichten - dieser Vorgang ist allerdings historisch weder bewiesen noch widerlegt. 
Im Jahre 800 wurde er durch Papst Leo III. (†816) zum Kaiser gekrönt, nachdem Karl dem Papst gegen eine Verschwörung des römischen Stadtadels geholfen hatte. 
Karl der Große starb am 28.01.814 in Aachen, wo er in der Pfalzkapelle beigesetzt wurde. Sein Sohn Ludwig der Fromme (778-840) konnte das Reich noch zusammenhalten. Nach Ludwigs Tod wurde das Reich jedoch unter seinen Söhnen geteilt, was zu Streitigkeiten und zum Bürgerkrieg (840-843) führte. 1165 wurde er auf Veranlassung Kaiser Friedrichs I. Barbarossa heiliggesprochen, dies wurde jedoch von Rom nicht anerkannt. 
Eltern: Pippin Martell und Bertrada von Laon
Link: Karl der Große
Link: Biografie Karl der Große
Link: Expansion des Frankenreiches
Link: Die Hausmeier und Karl der Große
Link: Der Spiegel: Ein dunkler Leuchtturm
Hildegard von Wintzgau
+ 26.04.0783 Thionville
[Wikipedia] Hildegard ist dreizehn, als Karl sie erstmals bemerkt. Er hat gerade seine erste Frau verstoßen, um Desiderata, die zweite zu heiraten. Hätte er nicht besser gleich die kleine Schwäbin geheiratet? Doch die Ehe mit der langobardischen Königs-Tochter war politisch bestimmt. Sicher ist seine Liebe zu Hildegard nicht das wichtigste Motiv bei der Verstoßung Desideratas, möglicherweise aber mitentscheidend. Die Hochzeit mit Hildegard findet 772 wohl in Aachen statt. Es ist eine liebevolle und in jeder Hinsicht fruchtbare Ehe, die über 12 Jahre dauern wird. Die Chronisten sind sich einig: Karl liebt Hildegard, die schön und charakterstark ist. Es ist wahrscheinlich, daß sie ihre Stellung nützte, um das Glück ihrer Brüder zu fördern. Am Hofe finden zu dieser Zeit tatsächlich zahlreiche Intrigen um Einfluß statt. Hildegards Zuneigung zu Karl ist aber sicher.  
Karl kehrt rasch zu seinen Kriegszügen zurük. Zunächst gegen die Langobarden, deren Krone er sich 774 aufs Haupt setzt, dann gegen die Sachsen, die ihm 20 Jahre lang Widerstand leisten werden. Seine Frau begleitet ihn auf fast allen seinen Kriegszügen. So gebärt Hildegard die Tochter Adalheid im Feldlager vor Pavia. Seine beiden Söhne, die Karl in Anspielung an das merowingischen Königshaus Chlodwig (Ludwig) und Chlothar (Lothar) nannte, werden während des spanischen Feldzuges 778 in Chasseneuil, unweit Poitiers geboren.  
Hildegard beschert der jungen karolingischen Dynastie die erwünschten Erben: vier Söhne: Karl (772), Pippin (773) und die eben erwähnten Zwillinge (778) Ludwig - den schwächsten von allen, der dennoch die Krone erbt - und Lothar, der aber schon als Kleinkind stirbt. Von den vier Töchtern der Hildegard verstarben Adalheid (* 773) und Hildegard († 782) nach dem ersten Lebensjahr. Rotrud (775-810), dem byzantinischen Kaiser Konstantin als Frau zugedacht, lebt nach dem Bruch dieses Verlöbnisses mit Rorico, dem Grafen von Maine, in freier Liebe. Dieser Verbindung entstammt ein Knabe, Ludwig, der später ein hochangesehenr Abt von Saint-Denis wird. Berta (779/80-823) lebt mit Angilbert, dem Dichter und Diplomaten Karls zusammen.  
Von ihren unaufhörlichen Schwangerschaften erschöpft, stirbt Königin Hildegard am 26. April 783 mit 26 Jahren in Thionville. Sie wird in Metz bestattet. Karl beweint die geliebte Ehefrau und zieht mit seiner Armee nach Sachsen. Nur wenig mehr als zwei Monate später stirbt dann auch seine Mutter Bertrada in der Abtei von Choissy-sur-Aisne, in die sie sich zurückgezogen hat.  
Die Chronisten berichten, daß Hildegard nicht nur von ihrem Mann beweint, sondern auch von ihren Untertanen betrauert wurde, die in ihr eine gute Königin sahen.
Link: Karl der Große
9 Kinder
Karl Karolinger
Charles je Jeune, Herzog von Ingelheim 
[Wikipedia] Karl der Jüngere (* 772/773, † 811) 788 König in Neustrien 
[Lüth] [Familienforschung] geneall.net, Charles le Jeune, Herzog von Ingelheim, *0772 in Aachen, war verheiratet mit Juliana NN.  
oo mit Juliana NN 
Sohn: Roland von Neustrien
Link: Karl der Große
Adalhaid Karolinger
[Wikipedia] Adalhaid (* September 773/Juni 774, † Juli/August 774 in Südgallien)
Link: Karl der Große
Rotrud Karolinger
[Wikipedia] Rotrud (* wohl 775, † 6. Juni 810)
Link: Karl der Große
Karlmann Karolinger
[Wikipedia] Karlmann (* 777, † 8. Juli 810), als Pippin König von Italien
Link: Karl der Große
Ludwig I Karolinger
* 0778 Chasseneuil / Poitiers    + 20.06.0840 Ingelheim am Rhein
Ludwig I., genannt Ludwig der Fromme, frz. Louis le Pieux 
[Wikipedia] * 778 in Chasseneuil; † 20. Juni 840 in Ingelheim am Rhein, war König des Fränkischen Reiches und römisch-deutscher Kaiser.  
813 krönte Karl der Große seinen dritten Sohn Ludwig, schon seit 782 König von Aquitanien, in Aachen zum Mitkaiser.  
Nach dem Tode des Vaters am 28. Januar 814 wurde Ludwig Alleinherrscher des Frankenreiches und zog nach Aachen. Dort entfernte er seine Schwestern vom Hof und zwang seine drei illegitimen Halbbrüder Hugo, Drogo und Theoderich in ein Kloster. Die ersten Jahre der Herrschaft Ludwigs des Frommen waren von einem großen Reformwillen geprägt. Zahlreiche Kapitularien wurden herausgegeben, missi dominici (Königsboten) sollten die Missstände im Reich offen legen und auf verschiedenen Synoden wurde das Kirchenrecht reformiert. So wurde beispielsweise im Jahr 816 die benediktischen Regeln für alle im Frankenreich lebenden Mönche verbindlich. Stark war der Einfluss kirchlicher Berater, wie Abt Benedikt von Aniane, den Ludwig der Fromme aus Aquitanien mitgebracht hatte und dem er in der Nähe Aachens das Kloster Inda (heute Kornelimünster) erbauen ließ oder Markward, Abt von Prüm. Daneben sind sein ehemaliger Milchbruder, Ebbo von Reims, und weitere Ratgeber zu nennen.  
In Reims wurde Ludwig 816 von Papst Stephan IV. nochmals zum Kaiser gekrönt. Vielleicht durch einen Unfall, den der Kaiser wie durch ein Wunder fast unverletzt überlebte, gedrängt, regelte er schon 817, im dritten Jahr seiner Herrschaft, seine Nachfolge. In der sog. Ordinatio imperii teilte er das Reich nicht - wie es fränkischem Brauch entsprochen hätte und wie es auch Karl der Große in seiner Divisio regnorum von 806 vorgesehen hatte - einfach unter seinen drei Söhnen auf, sondern fand eine Sonderregel für das Kaisertum. Lothar, der älteste Sohn aus der ersten Ehe mit Irmingard, wurde durch Ludwig den Frommen in Aachen zum Mitkaiser gekrönt. Ihm stand die Nachfolge im Kaisertum zu, und er sollte eine Art "außenpolitische" Hoheit über das Gesamtreich erhalten. Die nachgeborenen Söhne Pippin und Ludwig wurden ihm untergeordnet, konnten nur auf "innenpolitischer" Ebene in ihren Teilreichen entscheiden. Pippin bekam Aquitanien und Ludwig den östlichen Teil des Fränkischen Reichs. König Bernhard von Italien, ein (illegitimer?) Neffe Ludwigs des Frommen, der von Karl dem Großen in Italien eingesetzt worden war, wehrte sich gegen die Bestimmungen der Ordinatio imperii, da er seine Herrschaft über Italien gefährdet sehen musste. Der Aufstand wurde niedergeschlagen, der zunächst zum Tode verurteilte Bernhard zur Blendung "begnadigt", bei deren Durchführung er allerdings starb.
mit Judith von Welf
2 Kinder: Gisela, Karl II
Link: Ludwig I, der Fromme
Persönlichkeiten im Spiegel Aachener Straßen
Lothar Karolinger
[Wikipedia] Lothar (* Juni/August 778 in Chasseneuil bei Poitiers, † 779)
Link: Karl der Große
Bertha Karolinger
[Wikipedia] Bertha (* 779/780, † nach 14. Januar 828), 814 vom Hof verwiesen
Link: Karl der Große
Gisela Karolinger
[Wikipedia] Gisela (* 781 vor Mai, † nach 800)
Link: Karl der Große
Hildegard Karolinger
[Wikipedia] Hildegard (* 782 nach 8. Juni, † zwischen 1. und 8. Juni 783)
Link: Karl der Große

 
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