Familienbuch Euregio

Francisca Schervier
* 03.01.1819 rk Aachen    + 14.12.1876 Aachen
Selige Franziska von Aachen 
Beruf: Katholische Ordensfrau, Ordensgründerin (SPSF) 
[IGI] [Geburtsurkunde] Aachen, Francisca Schervier, *3.1.1819, Tochter von Johann Heinrich Schervier und Maria Ludovica Migeon. 
Taufpate war Kaiser Franz I. von Österreich, der im Spätherbst 1818 die Nadelfabrik ihres Vaters besichtigt hatte. Er wünschte, das zu erwartende Kind solle Franz heißen, doch da es ein Mädchen wurde, nannte man es Franziska und gab ihm den Kosenamen „Fränzchen“. 
Franziska besuchte die private katholische höhere Töchterschule St. Leonhard in Aachen. Dort übte die Lehrerin und Dichterin Luise Hensel einen großen Einfluss auf sie aus. Schulkameradinnen waren Klara Fey und Pauline von Mallinckrodt, ebenfalls Gründerinnen von Schwesternkongregationen. 
Als Franziska 13 Jahre alt war, verstarb ihre Mutter, kurz darauf verstarben ihre beiden älteren Schwestern. Franziska übernahm die Führung des elterlichen Haushalts bis kurz nach dem Tod ihres Vaters 1845. In dieser Zeit wandte sie sich immer mehr den Hilfsbedürftigen zu. Sie kümmerte sich um Wohnungen für Arbeiterfamilien, regelmäßigen Schulunterricht der Fabrikarbeiterkinder, errichtete Suppenküchen und pflegte Cholera- und Pockenkranke. 
Zu Pfingsten 1845 gründete Franziska Schervier mit einigen Gefährtinnen die Genossenschaft der »Armen-Schwestern vom heiligen Franziskus« (SPSF), die sie als Vorsteherin leitete. Am 3.10.1845 nahmen die jungen Frauen das Klosterleben auf. Sie versorgten die Bedürftigen und Kranken in Aachen und nahmen im Haus am Jakobstor gestrandete junge Frauen aus der Stadt auf. 
1849 richteten die Schwestern eine Krankenpflegestation in Burtscheid ein, aus der das heutige Marienhospital hervorging. 1852 kauften sie das ehemalige Aachener Klarissenkloster in der Kleinmarschierstraße, das zum Mutterhaus der Schwesternkongregation wurde. Am 25. August 1852 legten die ersten 24 Schwestern die ewigen Gelübde ab. 
In den Kriegen von 1864, 1866 und 1870 / 71 betreuten die Schwestern etwa 20 Lazarette und halfen Tausenden von Verwundeten. 
Am 14. Dezember 1876 starb Franziska Schervier im Alter von 57 Jahren in Aachen. Bei ihrer Beisetzung auf dem Ostfriedhof unter der Kreuzwegstation »Veronika reicht Jesus ihr Schweißtuch dar« läuteten alle Kirchenglocken der Stadt. 1880 wurden die Gebeine in das Kloster an der Kleinmarschierstraße in Aachen umgebettet, 1896 in die Kapelle des neu erbauten Mutterhauses am Lindenplatz überführt. 
1974 wurde Franziska Schervier seliggesprochen. Ihr Gedenktag wird am 14. Dezember gefeiert.
Eltern: Johann Heinrich Schervier und Louise Migeon
Link: Wikipedia: Franziska Schervier
Link: Orden-online: Franziska Schervier
Link: Heiligenlexikon: Franziska Schervier
Link: Armen-Schwestern vom Heiligen Franziskus - Aachener Franziskanerinnen
Persönlichkeiten im Spiegel Aachener Straßen

 
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